26. Januar 2026

Microsoft End of Life 2026: Diese Produkte sind betroffen

Auch in diesem Jahr endet für zahlreiche Produkte aus dem Microsoft-Portfolio der offizielle Support. In diesem Artikel erhalten Sie eine Übersicht über die betroffenen Produkte und erfahren, welche Maßnahmen Unternehmen rechtzeitig ergreifen sollten, um Risiken zu vermeiden.

Was bedeutet „End of Life“ (EOL) bei Microsoft?

Microsoft unterscheidet grundsätzlich zwischen folgenden Supportphasen:

  • Mainstream Support
    Funktionsupdates, Sicherheitsupdates sowie Design- und Featureanpassungen
  • Extended Support
    Ausschließlich sicherheitsrelevante Updates
  • End of Life (EOL)
    Kein Support, keine Updates, keine Hotfixes
  • Extended Security Updates (ESU)
    Kostenpflichtige Zusatzlizenzen, mit denen für bestimmte Betriebssysteme und Applikationen bis zu drei weitere Jahre Sicherheitsupdates bezogen werden können

Aus Microsoft-Sicht gelten Produkte nach Erreichen des End of Life als nicht mehr unterstützt und sollten nicht mehr produktiv betrieben werden. Idealerweise wurde das Produkt bis zu diesem Zeitpunkt bereits deinstalliert oder durch eine Nachfolgelösung ersetzt.

EOL bei Office-, Collaboration- und Projektlösungen

Diese Produkte sind in vielen Unternehmen noch weit verbreitet und daher besonders kritisch:

  • SharePoint Server 2016 / 2019 – EOL: 14.07.2026
  • Project Server 2016 / 2019 – EOL: 14.07.2026
  • InfoPath 2013 – EOL: 14.07.2026
  • Office 2021 (Perpetual & LTSC) – Retirement (vollständige Einstellung): 13.10.2026
  • Office Online Server – Retirement (vollständige Einstellung): 31.12.2026

Hinweis zu Exchange Server 2016/2019: Der Support ist bereits im Oktober 2025 ausgelaufen.  Eine zeitnahe Ablösung oder Migration ist daher dringend empfohlen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Consulting-Paket Professionelle Ablösung von Exchange Server 2016/2019.

Handlungsempfehlungen für Office & Collaboration

Office 2021

Für Office 2021 besteht die Notwendigkeit, entweder auf Office 2024 zu upgraden oder auf die Microsoft 365 Apps (Bestandteil vieler Microsoft-365-Abonnementlizenzen) umzusteigen.
Bestehen Abhängigkeiten zu anderen Applikationen, sollten diese frühzeitig geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.


SharePoint Server & Project Server

Bei SharePoint Server und Project Server ist der Handlungsaufwand deutlich höher. Hier ist eine Migration auf SharePoint Server SE bzw. Project Server SE erforderlich.

Technisch ist diese Migration in der Regel gut beherrschbar und stabil, kann jedoch – abhängig von der Größe und Komplexität der Umgebung – erheblichen Projektaufwand bedeuten. Ein zentraler Vorbereitungsschritt ist die Prüfung der deprecated Features in SharePoint Server SE und Project Server SE. Funktionen, die dort nicht mehr unterstützt werden, müssen vor dem Upgrade entfernt oder durch geeignete Alternativen ersetzt werden.

Alternativ kann eine Migration auf Microsoft-365-Services in Betracht gezogen werden. Diese ist insbesondere bei komplexen, individuell entwickelten Lösungen häufig aufwendiger, kann sich bei einfachen Dokumentenmanagement-Szenarien jedoch als kosteneffiziente Option erweisen.


InfoPath

Ein besonders prominentes Beispiel ist InfoPath Forms Services. Obwohl InfoPath bereits 2014 offiziell abgekündigt wurde, endet der Support erst am 14.07.2026.

Technisch funktionieren InfoPath-Formulare in SharePoint Server SE weiterhin, sie erhalten jedoch nach diesem Datum keine Sicherheitsupdates mehr und gelten damit als nicht mehr unterstützt.

InfoPath-Formulare wurden häufig für formularbasierte Prozesse und Workflow-Automatisierungen eingesetzt und sind aufgrund ihrer Komplexität teilweise noch immer im Einsatz. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Als moderne Alternative bieten sich Power Apps in Kombination mit Power Automate innerhalb von Microsoft 365 an. Lokal betriebene Alternativen von Microsoft stehen hierfür nicht zur Verfügung.


Office Online Server

Der Office Online Server wurde kürzlich offiziell zum Ende 2026 abgekündigt. Er wird in SharePoint-Umgebungen eingesetzt, um Office-Dokumente direkt im Browser anzuzeigen und zu bearbeiten – funktional vergleichbar mit Office Online in Microsoft 365, jedoch auf eigenen Servern betrieben und ausschließlich für On-Premises-Installationen konzipiert.

Nach dem Supportende empfiehlt es sich, diese Server aus der Umgebung zu entfernen. In SharePoint-On-Premises-Installationen ist danach ausschließlich die Bearbeitung über lokale Office-Clients möglich. Ein Nachfolge- oder Alternativprodukt außerhalb der Microsoft-365-Cloud steht auch hier nicht zur Verfügung.

EOL bei Datenbank- und Serverplattformen

SQL Server

Für SQL Server 2016 besteht akuter Handlungsbedarf, da der Support im Laufe des Jahres 2026 endet. Bei der Planung ist vor allem sicherzustellen, dass die angebundenen Applikationen mit einer neueren SQL-Server-Version kompatibel sind.

Zur Orientierung finden Sie nachfolgend eine Übersicht der aktuellen SQL-Server-Versionen und ihrer Supportzeiträume:

SQL ServerEnde Mainstream SupportEnd of Life
201928.02.202508.01.2030
202211.01.202811.01.2033
202506.01.203106.01.2036

Windows Server

Auch beim Windows Server ist eine Migration erforderlich. In diesem Jahr endet der ESU-Support für Windows Server 2012 und 2012 R2 (13.10.2026). Diese Systeme sollten spätestens jetzt abgelöst werden.

Aber auch bei den übrigen Serverbetriebssystemen lohnt ein genauer Blick auf die Supportzeiträume: Für Windows Server 2016 ist das End of Life bereits für den 12.01.2027 vorgesehen, während Windows Server 2022 im Oktober 2026 aus dem Mainstream-Support fällt und danach nur noch Sicherheitsupdates bis Oktober 2031 erhält.

Windows ServerEnde Mainstream SupportEnd of Life
201611.01.202212.01.2027
201909.01.202409.01.2029
202213.10.202614.10.2031
202509.10.202910.10.2034

Ergänzend dazu sollte auch die Client-Seite nicht außer Acht gelassen werden: Der Support für Windows 10 ist bereits im Oktober 2025 ausgelaufen. Unternehmen, die noch Windows-10-Systeme im Einsatz haben, sollten daher zeitnah die Migration auf Windows 11 planen, um Sicherheits- und Compliance-Risiken zu vermeiden.

Fazit

Der Betrieb von Software ohne Sicherheitsupdates stellt ein erhebliches Risiko dar – unabhängig davon, ob Systeme extern erreichbar oder intern stark abgeschottet sind. Unternehmen, die Produkte mit bevorstehendem Supportende einsetzen, sollten frühzeitig handeln, um Migrationen, Upgrades oder Ersatzlösungen sauber zu planen und umzusetzen.

Kontaktieren Sie uns gerne, um von unseren Managed Services und Consulting-Dienstleistungen zu profitieren. In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir Ihren Handlungsbedarf und erarbeiten gemeinsam die beste Vorgehensweise für Ihre Microsoft-Umgebung.