KI-Infrastruktur 2026: Zwei Studien zeigen, worauf es bei der Anbieterauswahl ankommt
Ingo Rill
Strategic Communications
Wer heute KI-Infrastruktur betreibt, muss Innovationstempo, Datenkontrolle und Compliance gleichzeitig im Griff haben. Zwei unabhängige Studien zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven, welche Anbieter das leisten: die ISG Provider Lens® 2026 aus Analystensicht und das techconsult Professional User Rating 2026 aus Anwendersicht. Eine Einordnung der Ergebnisse und was sie für die Anbieterauswahl im Mittelstand bedeuten.
Die Wahl des passenden KI-Infrastruktur-Anbieters ist für Unternehmen strategischer denn je: Der deutsche Markt verlangt technologische Innovation, digitale Souveränität und konsequente Compliance. Seit die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie im geänderten BSI-Gesetz die Geschäftsführung ab Dezember 2025 persönlich für Cybersicherheit haftbar macht, ist die Anbieterauswahl auch zur Frage der Haftungsvorsorge geworden.
Zwei unabhängige Studien schaffen hier Transparenz. Die Studie „ISG Provider Lens® Private/Hybrid Cloud – Data Center Services 2026" der Information Services Group evaluiert Fähigkeiten, Marktpositionierung und Umsetzungskompetenz der Anbieter im deutschen Markt. Die techconsult-Studie „Professional User Rating: Managed Services 2026" bildet ergänzend die praktischen Erfahrungen der IT-Anwender ab.
Was Managed KI-Infrastruktur umfasst
Um den wachsenden Anforderungen an KI-Anwendungen gerecht zu werden, setzen Unternehmen zunehmend auf gemanagte KI-Infrastruktur. Damit sind alle technischen und organisatorischen Komponenten für Entwicklung, Betrieb und Skalierung von KI-Anwendungen gemeint – von spezialisierter Hardware und Container-Plattformen (z. B. Kubernetes) über Automatisierung, Security und Compliance bis hin zu Nachhaltigkeitsmanagement. Entscheidend ist, dass diese Leistungen als Managed Service bereitgestellt werden, idealerweise in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland oder der EU, um Datenschutz und regulatorische Vorgaben zuverlässig zu erfüllen.
„Managed AI Infrastructure“ in der ISG Provider Lens® Studie
Die Studie „ISG Provider Lens® Private/Hybrid Cloud – Data Center Services 2026“ bewertet im Quadranten „AI-Ready Infrastructure Managed Services – Midmarket“ Anbieter nach Kriterien wie technologische Kompetenz, Sicherheits- und Compliance-Zertifizierungen, Datenhoheit, Modernisierungsfähigkeit und Servicequalität. Im Fokus steht, wie Anbieter nicht nur modernste Technologie bereitstellen, sondern auch kontinuierliche Weiterentwicklung, Sicherheit und regulatorische Konformität von KI-Infrastrukturen verantworten. Besonders hervorgehoben werden Anbieter, die cloud-native Modernisierung und Datenhoheit aus einer Hand bieten. Ein klarer Vorteil, da dies Integrationsaufwand und Haftungsrisiken reduziert. Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Unternehmen erwarten End-to-End-Verantwortung – von der Verwaltung von KI-Hardware und Automatisierung über Governance und Compliance (inkl. KRITIS, NIS-2, EU AI Act) bis zu FinOps-Kompetenzen und nachhaltigem Betrieb.
Compliance und Sicherheit als Grundpfeiler der KI-Infrastruktur
Gerade im Bereich Compliance und Sicherheit steigen laut ISG-Studie die Anforderungen weiter. Unternehmen erwarten von Dienstleistern nicht nur technische Exzellenz, sondern auch den Nachweis von Sicherheits- und Compliance-Zertifizierungen wie ISO 27001 oder die Orientierung am BSI C5-Kriterienkatalog sowie die nachweisbare Umsetzung der BSIG-Anforderungen. Ein integriertes Sicherheits- und Compliance-Framework wird damit zum Muss, insbesondere für regulierte Branchen und KRITIS-Betreiber, und reduziert das Haftungsrisiko für die Geschäftsführung erheblich. Anbieter müssen zudem in der Lage sein, kontinuierlich aktuelle regulatorische Anforderungen umzusetzen und transparente Prozesse zu gewährleisten.
Sovereign Cloud als Schlüssel zur digitalen Souveränität
Digitale Souveränität ist laut ISG-Analysten ein zentrales Auswahlkriterium für Cloud- und Rechenzentrumsdienste. Unternehmen fordern die garantierte Datenhaltung und -verarbeitung in Deutschland oder der EU, um Datenschutz, regulatorische Vorgaben (wie DSGVO und Schrems II) und die Kontrolle über sensible Informationen sicherzustellen. Besonders regulierte Branchen setzen deshalb auf Anbieter, die diese Anforderungen mit Sovereign-Cloud-Lösungen zuverlässig erfüllen. Unternehmen erwarten umfassende End-to-End-Services einschließlich FinOps und durchgängiger Kostenkontrolle. Ein souveränes Betriebsmodell wird so zur Voraussetzung moderner Cloud-Strategien.
Anwenderbewertung im Fokus: Das techconsult Professional User Rating
Die techconsult-Studie „Professional User Rating: Managed Services 2026“ bietet einen umfassenden Überblick über den Managed-Services-Markt im IT-Umfeld aus Sicht der Anwender. Rund 3.500 IT-Experten haben ihre genutzten Managed Services und die jeweiligen Anbieter bewertet. Die Bewertung erfolgt in zwei Dimensionen: Im Company Rating stehen Kriterien wie Innovationskraft, Serviceportfolio, Support und Informationsangebot im Mittelpunkt. Im Service Rating werden Aspekte wie Beratungs- und Implementierungsqualität, die Qualität und Umsetzung des Managed Service, Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit, Servicenutzen, Serviceumfang und Preismodelle beurteilt.
Servicequalität und Marktaufstellung als Erfolgsfaktoren
Insgesamt wurden 192 Anbieter anhand von 72 Kriterien in 15 Unterkategorien bewertet. Die Ergebnisse werden im sogenannten „Diamanten“ visualisiert, der die Anbieter nach ihrer Performance in beiden Dimensionen einordnet. So erhalten Anwender einen Überblick, wie andere Nutzer die Servicequalität und Leistungsfähigkeit der Anbieter in der praktischen Anwendung bewerten. Nur wer sowohl im Company Rating als auch im Service Rating überzeugt, erreicht die Spitzenposition. Die Studie liefert damit eine praxisnahe, kundenbasierte Ergänzung zur Analysteneinschätzung und macht sichtbar, welche Anbieter in Servicequalität, Leistungsfähigkeit und Marktaufstellung besonders überzeugen.
Auswahlkriterien für KI-Infrastruktur-Anbieter
Angesichts der beschriebenen Anforderungen ist die Wahl des richtigen KI-Infrastruktur-Anbieters anspruchsvoll. Die folgenden Aspekte bieten Unternehmen eine Orientierung für die Entscheidungsfindung:
- Zertifizierungen & Compliance: Nachweisbare Erfüllung von BSI C5, ISO 27001, NIS-2 und branchenspezifischen Vorgaben
- Technologische Kompetenz: Tiefe Integration von Kubernetes, Automatisierung, Erfahrung mit Migration und Modernisierung von Legacy-Workloads
- Referenzierbarkeit: Erfolgreiche Projekte in vergleichbaren Branchen und Anwendungsfällen
- End-to-End-Service: Anbieter übernimmt Verantwortung für Betrieb, Optimierung und Transformation der Infrastruktur – von der Hardware bis zur Compliance
- FinOps & Nachhaltigkeit: Transparente Kostensteuerung und Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten
- Souveränität: Datenhaltung und -verarbeitung ausschließlich in Deutschland oder der EU, klar geregelte Verantwortlichkeiten
Fazit: Orientierung und Auszeichnung für den Mittelstand
Die Ergebnisse der beiden Studien bieten Unternehmen eine wertvolle Orientierung, um fundierte Entscheidungen bei der Auswahl ihres KI-Infrastruktur-Partners zu treffen. Claranet verbindet als einer der wenigen Anbieter im Markt KI-fähige Infrastruktur mit Datenhoheit und wurde sowohl in der ISG Provider Lens® Studie als auch im techconsult Professional User Rating als führender „Leader“ bzw. „Champion“ im Bereich Managed AI Infrastruktur ausgezeichnet. Damit wird die Leistungsfähigkeit sowohl aus Analysten- als auch aus Anwendersicht bestätigt – und der Mittelstand erhält die Sicherheit, dass Modernisierung und Datenkontrolle Hand in Hand gehen können.
Laden Sie jetzt die Studie „ISG Provider Lens® Private/Hybrid Cloud – Data Center Services 2026“ herunter und verschaffen Sie sich einen Überblick über die führenden KI-Infrastruktur-Anbieter im deutschen Markt.
Download ISG Provider Lens Private/Hybrid Cloud 2026
Häufige Fragen
Was versteht man unter KI-Infrastruktur?
KI-Infrastruktur umfasst alle technischen und organisatorischen Komponenten, die für Entwicklung, Betrieb und Skalierung von KI-Anwendungen benötigt werden. Dazu zählen spezialisierte Hardware , Orchestrierungsplattformen (z. B. Kubernetes), Sicherheits- und Compliance-Lösungen sowie automatisierte Verwaltungsprozesse. Ziel ist es, eine leistungsfähige, flexible und sichere Basis für KI-Projekte zu schaffen.
Wie profitieren Unternehmen von Managed-KI-Infrastruktur?
Mit Managed-KI-Infrastruktur erhalten Unternehmen Zugang zu modernster KI-Technologie und Plattformen, ohne selbst in Aufbau, Betrieb und Wartung investieren zu müssen. Das beschleunigt Innovationen, senkt interne Aufwände und erhöht die Flexibilität, sodass sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.
Welche Rolle spielen IT-Sicherheitsnachweise?
Zertifizierungen wie ISO 27001 oder die Orientierung am BSI C5-Kriterienkatalog sind für Anbieter von KI-Infrastruktur ein zentraler Nachweis für IT-Sicherheit und Compliance. Sie schaffen Vertrauen bei Kunden, helfen regulatorische Anforderungen zu erfüllen und tragen dazu bei, Haftungsrisiken zu minimieren.
Was bedeutet NIS-2 Compliance für Unternehmen?
NIS-2 verpflichtet Unternehmen zu umfassenden IT-Sicherheitsmaßnahmen und einem systematischen Risikomanagement, insbesondere für Betreiber kritischer Infrastrukturen. So sollen Cyberangriffe wirksam verhindert und Sicherheitsvorfälle frühzeitig erkannt werden, um gesetzliche Vorgaben und Haftungsanforderungen zu erfüllen.
Was bedeutet Cloud Compliance für Unternehmen?
Cloud Compliance bedeutet, bei der Nutzung von Cloud-Diensten alle relevanten Gesetze, Datenschutzvorgaben (wie DSGVO) und branchenspezifischen Anforderungen einzuhalten. So wird sichergestellt, dass Unternehmensdaten jederzeit sicher und rechtskonform verarbeitet werden.
Was bedeutet Sovereign Cloud für regulierte Branchen?
Sovereign Cloud stellt sicher, dass sensible Daten ausschließlich in Deutschland und der EU nach europäischen Datenschutzstandards verarbeitet werden. Für regulierte Branchen wie KRITIS, Gesundheit oder Finanzen ist das unverzichtbar für Compliance und Datensicherheit.
Welche Bedeutung hat FinOps im Kontext von KI-Infrastruktur?
FinOps steht für Financial Operations und ermöglicht eine transparente Kostenkontrolle sowie optimiertes Ausgabenmanagement für KI-Workloads. Unternehmen behalten damit den Überblick über Ressourcenverbrauch und können Budgets effizient steuern.
Warum ist Datenhoheit für Unternehmen so wichtig?
Datenhoheit gibt Unternehmen die Kontrolle darüber, wo und wie ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden. Das ist essenziell für die Einhaltung von Compliance-Vorgaben, Schutz vor Zugriffen Dritter und die Unabhängigkeit von ausländischen Anbietern.
